Dein Organigramm kann jetzt von KI gelesen werden

Bastiaan Van Rooden 24. Juni 2026

Peerdom veröffentlicht dein Organigramm ab sofort im Open Knowledge Format (OKF) - einem offenen, von Google getragenen Standard. So kann jede KI lesen und nachvollziehen, wie deine Organisation funktioniert. Schalte deine Karte öffentlich, und sie ist Teil des agentischen Webs.

Handgezeichnete Illustration von Menschen und geometrischen KI-Agenten, die ein Organigramm lesen, das in eine grosse Steintafel graviert ist

Setz einen KI-Agenten in ein beliebiges Unternehmen und sieh zu, wie er sich verläuft. Das Wissen, das er braucht, um nützlich zu sein - wer was macht, welches Team für welches Ergebnis geradesteht, wo Entscheidungen fallen -, liegt verstreut in einem Wiki, in ein paar Ablagen, in einem Organigramm irgendwo im Foliensatz vom letzten Quartal, und zu einem guten Teil hat es nie jemand aufgeschrieben. Also rät der Agent. Er leitet Muster aus Jobtiteln ab, unterstellt eine Hierarchie, die es vielleicht gar nicht gibt, und liefert dir eine selbstbewusste Antwort auf Sand gebaut.

Das ist nicht die Schuld des Agenten. Er ist irgendwo angekommen, ohne Karte.

Vor einer Weile haben wir deine Organisation gesprächsfähig gemacht: Du kannst dich mit deiner Peerdom-Organisation in normaler Sprache unterhalten, mit der KI deines Vertrauens, und bekommst in Sekunden eine klare Antwort. Damit war die eine Hälfte des Problems gelöst - Antworten aus der eigenen Organisation herauszuholen, für dich.

Hier geht es um die andere Hälfte. Nicht du, der seine Organisation befragt, sondern irgendein Agent, irgendwo, der deine Organisation lesen und richtig einordnen kann, ohne dass du irgendetwas verkabeln musst.

Eine gemeinsame Sprache für organisationales Wissen

Damit sich ein Agent in einer Organisation zurechtfindet, muss ihm die Struktur in einer Form gereicht werden, die er bereits versteht. Nicht zusammengekratzt, nicht erraten, sondern ausgesprochen.

Diese Form hat jetzt einen Namen: das Open Knowledge Format, kurz OKF. Es ist ein offener Standard, von Google veröffentlicht und unter einer freizügigen Open-Source-Lizenz freigegeben, um organisationales Wissen so zu beschreiben, dass Menschen und KI-Agenten es gleichermassen lesen können. Die ganze Spezifikation ist bewusst schlank: ein Ordner mit schlichten Markdown-Dateien, eine Datei pro “Konzept”, untereinander verlinkt. Nichts, wofür du ein Konto, ein SDK oder die Erlaubnis von irgendwem brauchst, um es zu erzeugen oder zu lesen. Wer eine Textdatei lesen kann, kann ein OKF-Bündel lesen.

Wir hätten uns ein eigenes Format für Organisationsstrukturen ausdenken können. Wir haben es gelassen. Ein Datenformat ist genau so viel wert wie die Zahl derer, die es sprechen, und ein brandneues, das sonst niemand kennt, hilft niemandem. Indem wir einen Standard übernehmen, hinter den sich ein breites Ökosystem stellt, kommen die Agenten, die deine Leute ohnehin schon nutzen, sprachfähig bei der Struktur einer Organisation an. Wir sind lieber ein hervorragender Bürger eines offenen Standards als der einzige Sprecher eines privaten.

Was ein Agent sieht

Hier liegt der stille Vorteil: Peerdom ist bereits ein gepflegtes, strukturiertes Modell einer Organisation. Der schwierige Teil von OKF - verstreutes, halb dokumentiertes Wissen in saubere, verknüpfte Konzepte zu überführen - ist genau der Teil, den du jedes Mal erledigt hast, wenn du einen Kreis aufgezeichnet oder eine Rolle besetzt hast.

Die Übersetzung ergibt sich also von selbst. Deine Kreise, deine Rollen, die Menschen, die sie innehaben, deine Ziele und deine Seiten werden jeweils zu einem Konzept, das ein Agent lesen und weiterverfolgen kann:

  • Er beginnt zuoberst und sieht die ganze Organisation auf einen Blick.
  • Er folgt einem Link in einen Kreis hinein und sieht die Rollen darin und wer sie ausfüllt.
  • Er liest eine Rolle und versteht ihren Zweck, ihre Ziele und wie sie mit dem Rest zusammenhängt.

Und er liest das alles in deinen eigenen Worten: Wenn du deine Kreise “Teams” oder “Pods” nennst, dann stehen im Bündel Teams und Pods. Der Agent begegnet deiner Organisation zu deinen Bedingungen, nicht zu denen einer Standardvorlage.

Öffentlich geschaltet, und schon Teil des agentischen Webs

Auf diesen Teil freuen wir uns am meisten.

Jede Organisation, die ihre Peerdom-Karte öffentlich schaltet, teilt sie ohnehin schon offen mit der Welt. Von jetzt an ist eine öffentliche Karte nicht mehr nur eine Seite, die Menschen besuchen können, sondern ein von Agenten lesbares Bündel, das das ganze agentische Web versteht. Keine Integration, kein Schlüssel, kein Setup. In dem Moment, in dem deine Karte öffentlich ist, kann ein Agent sie lesen, einordnen und deine Organisation wahrheitsgetreu darstellen, wer auch immer fragt.

Klar gesagt: Bei Peerdom lesen und verstehen Agenten, wie deine Organisation tatsächlich funktioniert.

Für Organisationen, die Transparenz bewusst leben - und viele, mit denen wir arbeiten, tun das -, ist das etwas wert. Die Art, wie ihr euch organisiert habt, wird lesbar für die Werkzeuge, mit denen der Rest der Welt zu denken beginnt.

Du behältst die Kontrolle

Lesbarkeit ist nur mit einer klaren Grenze drumherum eine gute Idee, deshalb gelten dieselben Einstellungen, die du ohnehin schon hast:

  • Öffentlich ist deine Entscheidung. Nichts wird sichtbar, bevor du deine Karte öffentlich schaltest - und du kannst sie jederzeit wieder privat stellen.
  • Personen entscheiden sich aktiv dafür. Ein öffentliches Bündel beschreibt deine Struktur; einzelne Personen erscheinen nur, wenn du dich entschieden hast, sie zu zeigen, genau wie heute schon bei deiner öffentlichen Karte und bei Einbettungen.
  • Privat bleibt privat. Ist deine Organisation nicht öffentlich, bleibt ihr Wissen hinter deiner Tür - und du kannst es trotzdem einer bestimmten Assistenz zu deinen Bedingungen zugänglich machen, über den MCP-Server und deinen eigenen API-Schlüssel.

Zwei Wege hinein, ein Prinzip. Dialogischer Zugang über MCP ist privat und authentifiziert - sprich mit deiner Organisation. Lesbarer Zugang über OKF ist offen und frei zugänglich - lass jeden Agenten sie verstehen. Du entscheidest, welche Türen offenstehen.

Warum immer wieder offen

Wir treffen immer wieder dieselbe Entscheidung - offener Standard statt geschlossener Garten - und es lohnt sich zu sagen, warum, denn Zufall ist es keiner.

Die Organisationen, für die Peerdom da ist, sind meist überzeugt, dass Klarheit und Autonomie mehr bringen als Kontrolle: dass Menschen dann am besten arbeiten, wenn sie das ganze Bild sehen und danach handeln können. Ein geschlossenes Format, das nur die Werkzeuge eines einzigen Anbieters lesen können, läuft dem entgegen. Ein offenes gibt die Wahl zurück: welcher Agent, welches Modell, welche Infrastruktur, zu wessen Bedingungen. Wir bauen lieber für diese Welt und verdienen uns unseren Platz darin.

Deine Organisation ist nicht mehr nur etwas, das du betreibst, und auch nicht mehr nur etwas, mit dem du sprechen kannst. Sie wird zu etwas, das die agentische Welt wirklich verstehen kann - und dieses Verständnis beginnt bei der Struktur, die du längst aufgebaut hast.