Peerdom vs. Maptio: zwei Plattformen für Organisationskarten im Vergleich

Nathan Evans 26. November 2025

Maptio ist ein quelloffenes Werkzeug zum visuellen Kartieren für sinngetriebene Organisationen. Peerdom ist eine frameworkunabhängige Plattform für Organisationsmanagement mit 11 modularen Apps. Vergleiche beide bei Funktionsumfang, Philosophie, Preis und Grössenordnung.

Maptio und Peerdom teilen die Überzeugung, dass die Struktur einer Organisation sichtbar sein sollte, statt in jemandes Kopf zu stecken oder in einer Tabelle zu versanden. Beide Plattformen helfen dabei, Kreise, Rollen und Verantwortlichkeiten zu kartieren. Beide lehnen die Vorstellung ab, ein Organigramm sei bloss ein Diagramm, das man einmal zeichnet und dann vergisst.

Sie unterscheiden sich aber deutlich in Umfang, Philosophie und Zielgruppe. Maptio ist ein quelloffenes Kartierungswerkzeug, das darauf ausgerichtet ist, sichtbar zu machen, wie sich eine Vision in Initiativen und Verantwortlichkeiten aufteilt. Es ist schlank, erschwinglich und in den “Source-Prinzipien” verwurzelt, die Peter Koenig formuliert und Maptio-Gründer Tom Nixon in seinem Buch Work with Source weiterentwickelt hat. Peerdom ist eine frameworkunabhängige Plattform für Organisationsmanagement mit 11 modularen Apps, Integrationen für den Unternehmenseinsatz und einer Erfolgsbilanz bei über 250 Organisationen von 3 bis 30’000 Personen. Peerdom schreibt keine Methodik vor, sondern passt sich dem Governance-Modell an, das deine Organisation nutzt.

Dieser Vergleich soll dir eine fundierte Wahl ermöglichen. Peerdom ist unser Produkt, wir sind also naturgemäss befangen. Aber ein brauchbarer Vergleich verlangt Ehrlichkeit, und genau die bekommst du hier.

Was ist Maptio?

Maptio ist ein quelloffenes Werkzeug für Organisationskarten, gegründet von Tom Nixon, einem britischen Coach, Autor von Work with Source und Berater kreativer Gründer/innen. Die Plattform richtet sich an sinngetriebene Organisationen, die sichtbar machen wollen, wie sich ihre Vision in Initiativen, Teams und Verantwortungsbereiche aufteilt.

Die Kernansicht von Maptio ist eine verschachtelte Kreiskarte. Breitere Initiativen enthalten kleinere, und du siehst, wer für welchen Kreis verantwortlich ist, wer mithilft und wie die Teile zum Ganzen beitragen. Du kannst Personen hinzufügen, Rollen zuweisen, Themen und Ziele quer über die Karte taggen und sie öffentlich per URL teilen oder auf einer Website einbetten. Eine Netzwerkansicht zeigt die Verbindungen zwischen Menschen, die über verschiedene Kreise hinweg zusammenarbeiten.

Die Plattform wurde 2022 quelloffen, ihr Code liegt auf GitHub (gebaut mit TypeScript und Angular). Das Preismodell von Maptio ist ungewöhnlich: statt Gebühren pro Person gilt Pay-what-you-feel. Organisationen zahlen, was sie können, ab 10 $ pro Monat, mit einem Richtwert von 50 bis 200 $ pro Monat. Das deckt die gesamte Organisation bis 300 Personen ab. Für sinngetriebene Initiativen mit knappen Mitteln gibt es manchmal einen kostenlosen Zugang.

Maptio ist nicht auf ein Framework festgelegt. Es erzwingt weder Holakratie noch Soziokratie oder eine andere Methodik. Seine philosophischen Wurzeln liegen in den Source-Prinzipien und im Kartieren von Initiativen, wo es darum geht, sichtbar zu machen, wer wofür Verantwortung übernommen hat und wie Initiativen zusammenhängen.

Was ist Peerdom?

Peerdom ist eine frameworkunabhängige Plattform für Organisationsmanagement. Sie bildet ab, wie deine Organisation tatsächlich arbeitet, egal welcher Governance-Methodik du folgst. Ob deine Organisation Holakratie, Soziokratie, agiles Arbeiten, klassische Hierarchie oder eine Mischung mehrerer Modelle praktiziert: Peerdom bringt alles in derselben Karte unter.

Peerdom sieht kein einzelnes Framework als Goldstandard. Es sieht Klarheit über die Organisation als Ziel. Die Methodik ist deine Wahl. Die Plattform passt sich deiner Struktur an, statt zu verlangen, dass sich deine Struktur der Plattform anpasst.

Über die Organisationskarte hinaus bietet Peerdom 11 modulare Apps: Ziele (OKR, KPI, SMART und eigene Frameworks), Projekte, Verzeichnis, Journal (vollständiger Änderungsverlauf mit lückenloser Nachverfolgung), Wahlen, Feedback, Entwürfe (Strukturänderungen modellieren, bevor sie veröffentlicht werden), Netzwerk, Einblicke (Auswertungen), Seiten und Beitrag. Die Plattform stellt eine GraphQL-API, SSO, Webhooks sowie Verbindungen zu Zapier, Pipedream und n8n bereit. Alle Daten liegen in der Schweiz und sind DSGVO-konform.

Mit über 250 Kund/innen in 18 Ländern, darunter Bayer, Lufthansa, Greenpeace, MSF und die ETH Zürich, bedient Peerdom Organisationen vom Startup bis zum Konzern mit 30’000 Personen.

Der grundlegende philosophische Unterschied

Das ist der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Plattformen.

Maptio ist ein Kartierungswerkzeug. Es beantwortet die Frage: “Wie teilt sich unsere Vision in die Initiativen und Verantwortlichkeiten auf, die sie zum Leben erwecken?” Die Karte ist das Produkt. Maptio macht Struktur sichtbar und teilbar. Es versucht nicht, diese Struktur zu steuern, Ziele daran zu messen, Wahlen darin durchzuführen oder Auswertungen darüber zu liefern. Die Philosophie ist bewusst minimal: die Karte machen, sie teilen und die Organisation damit einen Bezugspunkt für Klarheit und Ausrichtung geben.

Peerdom ist eine Plattform für Organisationsmanagement. Es beantwortet eine breitere Frage: “Wie machen wir unsere ganze Organisation sichtbar, navigierbar und steuerbar?” Die Karte ist das Fundament, zugleich aber auch der Ausgangspunkt für Ziele, Governance, Feedback, Auswertungen, Veränderungsmanagement und Integrationen mit dem Rest deines Werkzeugkastens. Peerdom behandelt die Organisationskarte als Infrastruktur, an die andere organisationale Prozesse andocken.

Keine der beiden Philosophien ist falsch. Sie bedienen verschiedene Bedürfnisse. Wenn du eine saubere, teilbare visuelle Karte deiner Organisation willst, ohne zusätzliche Komplexität, hat der fokussierte Ansatz von Maptio echten Reiz. Wenn die Karte zum Fundament dafür werden soll, wie deine Organisation Tag für Tag arbeitet, liefert Peerdom die dafür nötige Breite.

Der direkte Vergleich

MerkmalMaptioPeerdom
Entwickelt vonTom Nixon (UK), Open-Source-CommunityUnabhängiges Unternehmen (Schweiz), frameworkunabhängig
HauptzweckVisuelles Kartieren der OrganisationPlattform für Organisationsmanagement
PhilosophieSource-Prinzipien, Kartieren von InitiativenFrameworkunabhängig: funktioniert für jedes Organisationsmodell
Visualisierung der OrganisationVerschachtelte Kreiskarte, NetzwerkansichtDynamische Karten mit Kreis-, Baum- und Listenansicht
RollenverwaltungRollen innerhalb von Kreisen, TagsRollen mit Sinn, Verantwortlichkeiten, Domänen und zusätzlich eigenen Feldern
TeilenÖffentlich teilbare URL, einbettbarÖffentliches Teilen, einbettbar, dazu interne Navigationswerkzeuge
ZielverfolgungTags für Themen und Ziele (einfach)Ziele-App: OKR, KPI, SMART und eigene Frameworks
Governance-FunktionenKeineWahlen, Entwürfe, konsentbasierte Prozesse
MeetingmoderationKeineNicht eingebaut; bindet spezialisierte Meeting-Tools ein
ÄnderungsverlaufKeinerJournal mit lückenloser Nachverfolgung und rot/grünen Diffs
AuswertungenKeineEinblicke-App: Rollenverteilung, Auslastung, organisationale Gesundheit
FeedbackKeinesFeedback-App mit organisationalem Kontext
App-ÖkosystemEin einzelnes Kartierungswerkzeug11 modulare Apps, die du ein- und ausschalten kannst
API und IntegrationenKeine veröffentlichtGraphQL-API, Webhooks, Zapier, Pipedream, n8n, MCP
SSOKeinesMicrosoft Entra, Google Workspace, Okta
Open SourceJa (GitHub, TypeScript/Angular)Nein (SaaS-Plattform)
DatenhostingIn der Cloud (Anbieter nicht genannt)In der Schweiz gehostet, ISO-27001, DSGVO-konform
PreismodellPay-what-you-feel (ab 10 $ pro Monat für die ganze Organisation)Kostenlos (10 Nutzende), danach CHF 5 pro Person/Monat
GrössenordnungAm besten für 12 bis 150 Personen3 bis 30’000 Personen in über 250 Organisationen
LernangeboteMini Mapping MasterclassFrameworkunabhängiges Onboarding und Dokumentation
Bekannte NutzendeSinngetriebene Organisationen, Genossenschaften, SozialunternehmenBayer, Lufthansa, Greenpeace, MSF, ETH Zürich

Die Vergleichstabelle zeigt ein klares Muster: Maptio konzentriert sich darauf, eine Sache gut zu machen (visuelles Kartieren), während Peerdom eine breitere Plattform für Organisationsmanagement rund um dasselbe visuelle Fundament bietet.

Wo Maptio stark ist

Maptio hat echte Stärken, die Anerkennung verdienen. In diesen Bereichen schafft der Ansatz von Maptio wirklichen Wert.

Radikal inklusive Preise

Das Pay-what-you-feel-Modell von Maptio ist in der Softwarebranche ungewöhnlich und verdient es, ernst genommen zu werden. Statt Preise pro Person, die linear mit der Belegschaft wachsen, bittet Maptio Organisationen, beizutragen, was sie sich leisten können. Ab 10 $ pro Monat, mit einem Richtwert von 50 bis 200 $ pro Monat, deckt eine einzige Zahlung die gesamte Organisation bis 300 Personen ab. Für sinngetriebene Organisationen, Non-Profits, Genossenschaften und Sozialunternehmen mit knappen Budgets fällt damit eine echte Hürde weg. Peerdoms Preis pro Person ist zwar wettbewerbsfähig, wächst aber mit der Grösse der Organisation.

Transparenz durch Open Source

Der Code von Maptio liegt öffentlich auf GitHub. Organisationen mit technischen Kapazitäten können ihn prüfen, Verbesserungen beisteuern oder die Plattform womöglich selbst betreiben. Für Organisationen, denen Transparenz bei Software wichtig ist oder die einen Anbieter-Lock-in fürchten, ist Open Source die Zusicherung, dass das Werkzeug nicht hinter einer Bezahlschranke verschwindet oder ohne Mitsprache der Community die Richtung wechselt.

Einfachheit und Fokus

Maptio macht eine Sache: Es kartiert deine Organisation visuell in verschachtelten Kreisen. Es gibt keine Governance-Funktionen zu konfigurieren, keine Apps zu aktivieren, keine Integrationen einzurichten. Für Organisationen, die eine visuelle Karte ohne den Ballast einer ganzen Plattform wollen, ist diese Einfachheit ein Vorzug und keine Einschränkung. In wenigen Minuten steht eine teilbare Organisationskarte.

Passung zu den Source-Prinzipien

Maptio wurde auf einem bestimmten philosophischen Fundament gebaut: den Source-Prinzipien von Peter Koenig, wie sie Tom Nixon in seinem Buch Work with Source weiterentwickelt hat. Für Organisationen und Beratende, die mit diesen Prinzipien arbeiten, ist Maptio ein natürliches Zuhause. Der Ansatz des Initiativen-Kartierens, der zeigt, wie sich die Vision einer Gründungsperson in immer konkretere Verantwortungsbereiche aufteilt, steckt im Design des Werkzeugs.

Teilbare und einbettbare Karten

Maptio macht es unkompliziert, eine öffentliche URL für deine Organisationskarte zu erzeugen und sie auf einer Website einzubetten. Für Organisationen, die externen Anspruchsgruppen, Partnern oder der Öffentlichkeit ihre Struktur erklären wollen, ist diese Teilfunktion gut umgesetzt und steht im Zentrum des Produkts.

Gemeinschaftliche Haltung

Maptio versteht sich als Werkzeug für sinngetriebene Initiativen, und Preise, Philosophie und Community-Arbeit spiegeln das. Tom Nixons aktive Präsenz in der Selbstorganisations-Community und die Partnerschaften mit Coaches und Beratenden, die progressive Organisationen begleiten, schaffen ein Umfeld, das missionsgetriebene Teams anspricht.

Wo Peerdom stark ist

Peerdom wurde gebaut, um ein breiteres Problem zu lösen als Maptio. Nicht nur “wie machen wir unsere Struktur sichtbar?”, sondern “wie machen wir unsere Organisation navigierbar, steuerbar und messbar?”. Dieser Anspruch prägt alle Stärken unten.

Frameworkunabhängiges Organisationsmanagement

Peerdom unterstützt jedes Governance-Modell: Holakratie, Soziokratie, agiles Arbeiten, Beta Codex, Teal, das Spotify Model, klassische Hierarchie oder jede Mischung. Die meisten Organisationen sind in der Praxis Hybride. Eine Abteilung lebt soziokratische Kreise, eine andere nutzt agile Squad-Strukturen, eine dritte folgt den Prinzipien der Responsive Organization. Peerdom bildet ab, was da ist, und lässt verschiedene Teile der Organisation innerhalb derselben Plattform nach verschiedenen Modellen arbeiten.

Diese Flexibilität heisst auch, dass Peerdom Organisationen in jeder Phase ihres Weges begleitet. Du kannst mit einem klassischen Organigramm beginnen, in einem Team rollenbasierte Governance einführen und von dort ausweiten. Mehr zu diesem Ansatz findest du unter rollenbasierte Governance einführen.

“Während wir mit Peerdom abbildeten, wie unser Unternehmen tatsächlich arbeitete, war es wie eine Offenbarung … wir haben Dinge über unsere 20 Jahre alte Firma gelernt, die wir nie zuvor gesehen hatten, und sind dadurch viel reicher geworden.” — Sean Daly, Director, SOLID Structures & Infrastructure

11 modulare Apps

Wo Maptio ein Kartierungswerkzeug ist, ist Peerdom eine Plattform. Die 11 Apps führen die Organisationskarte in den Arbeitsalltag hinein:

  • Ziele: OKR, KPI, SMART-Ziele und eigene Frameworks direkt auf der Karte verfolgen
  • Projekte: Projekte Rollen und Teams zuordnen, mit sichtbarer Verantwortung
  • Wahlen: konsentbasierte Wahlen mit mehreren Wahlverfahren durchführen
  • Feedback: Rückmeldungen im organisationalen Kontext einholen und geben
  • Einblicke: Auswertungen zu Rollenverteilung, Auslastung und organisationaler Gesundheit
  • Verzeichnis: durchsuchbares Personenverzeichnis, verbunden mit der Struktur
  • Journal: lückenlose Nachverfolgung jeder Strukturänderung mit rot/grünen Diffs
  • Entwürfe: Strukturänderungen modellieren und prüfen, bevor sie veröffentlicht werden
  • Netzwerk: Beziehungen und Verbindungen quer durch die Organisation sichtbar machen
  • Seiten: Dokumentation an jeden Teil der Struktur hängen
  • Beitrag: individuelle Beiträge über Rollen hinweg verfolgen

Jede App ist modular. Du schaltest ein, was du brauchst, und den Rest aus. Fang mit der Karte an, nimm Ziele dazu, wenn du OKR verfolgen willst, ergänze Wahlen, sobald du formale Governance brauchst, und Journal, wenn du eine lückenlose Nachverfolgung willst. Den vollen Umfang findest du auf der Apps-Seite.

Visuelle Tiefe mit mehreren Ansichten

Beide Plattformen visualisieren die Organisationsstruktur, aber Peerdom bietet mehr Wege durch sie hindurch. Kreisansichten zeigen verschachtelte Governance-Strukturen, Baumansichten die hierarchische Perspektive und Listenansichten ein flaches, durchsuchbares Verzeichnis. Rollen, Teams, Ziele und Projekte sind alle auf der Karte sichtbar, farbig codiert und anklickbar. Maptio konzentriert sich auf eine einzige verschachtelte Kreisansicht mit ergänzender Netzwerkansicht.

“Uns beeindrucken die visuelle Klarheit und die Intuitivität von Peerdom.” — Markus Eichel, Lufthansa

Integrationen für den Unternehmenseinsatz

Peerdom stellt eine GraphQL-API mit Webhooks bereit und verbindet sich mit Zapier, Pipedream, n8n und Microsoft Teams. SSO deckt Microsoft Entra, Google Workspace und Okta ab. Die MCP-Integration (Model Context Protocol) erlaubt es KI-Agenten, programmatisch mit den Organisationsdaten zu arbeiten. Maptio bietet zum Zeitpunkt dieses Artikels weder eine veröffentlichte API noch ein Ökosystem an Integrationen von Drittanbietern.

Umfassendes Veränderungsmanagement

Das Journal von Peerdom verfolgt jede organisationale Änderung mit rot/grünen Diffs, die genau zeigen, was sich wann und durch wen geändert hat. Mit der Entwürfe-App modellierst du geplante Strukturänderungen, teilst sie zur Durchsicht und veröffentlichst sie, wenn sie reif sind. Das ist Veränderungsmanagement, eingebaut in die Plattform. Maptio bietet weder einen Änderungsverlauf noch eine entwurfsbasierte Planung. Mehr dazu, warum Veränderungsmanagement in dynamischen Organisationen zählt, findest du unter dynamische und statische Organigramme im Vergleich.

Grössenordnung und Erfolgsbilanz

Peerdom bedient über 250 Organisationen in 18 Ländern, vom Startup bis zu Konzernen wie Bayer, Lufthansa und Greenpeace. Die Plattform skaliert von 3 bis 30’000 Personen. Maptio richtet sich an kleinere Organisationen (etwa 12 bis 150 Personen) und hat ein kleineres Team mit begrenzterer Entwicklungskapazität. Beide Ansätze sind für ihr jeweiliges Publikum stimmig, aber Organisationen, die Verlässlichkeit auf Konzernniveau brauchen, sollten diesen Unterschied sorgfältig abwägen.

“Klug, einfach, flexibel und transparent. Ein Gamechanger für wirklich agile Organisationen.” — Germain Augsburger, BKW

Datensouveränität

Alle Peerdom-Daten liegen in ISO-27001-zertifizierten Schweizer Rechenzentren und sind vollständig DSGVO-konform. Die Schweizer Datenschutzstandards gehören zu den strengsten weltweit. Für Organisationen in regulierten Branchen, in der Verwaltung, im Gesundheitswesen oder mit strikten Vorgaben zum Datenstandort ist das Hosting in der Schweiz eine zusätzliche Sicherheit. Maptio bietet über seinen quelloffenen Charakter eine andere Form der Datenkontrolle (du könntest den Code selbst betreiben), die gehostete Variante nennt den Standort ihres Rechenzentrums allerdings nicht. Alle Compliance-Details zu Peerdom findest du auf der Preisseite.

Bereit für KI

Die API und das Rollenmodell von Peerdom sind so gebaut, dass KI-Agenten damit arbeiten können. Organisationen können KI-Agenten als Rolleninhaber innerhalb ihrer Governance-Struktur einsetzen und so die Zusammenarbeit von Mensch und KI mit klarer Verantwortung gestalten. Dank MCP-Integration können KI-Werkzeuge deine Organisationsstruktur programmatisch abfragen und verändern. Maptio bietet derzeit keine KI-spezifischen Funktionen oder Integrationen.

Welche Plattform passt zu deiner Organisation?

Die richtige Wahl hängt davon ab, welches Problem du löst und wo deine Organisation auf ihrem Weg steht.

Wähle Maptio, wenn:

  • Du vor allem eine visuelle Karte deiner Organisation brauchst, die du öffentlich teilen oder auf einer Website einbetten kannst.
  • Du eine sinngetriebene Organisation, ein Non-Profit, eine Genossenschaft oder ein Sozialunternehmen mit begrenztem Budget bist.
  • Du mit den Source-Prinzipien oder dem Kartieren von Initiativen arbeitest und ein Werkzeug willst, das zu dieser Philosophie passt.
  • Du quelloffene Software willst, die du prüfen und gegebenenfalls anpassen kannst.
  • Du keine Governance-Funktionen, keine Zielverfolgung, keine Auswertungen, keine Wahlen und keine Integrationen für den Unternehmenseinsatz brauchst.
  • Deine Organisation zwischen 12 und 150 Personen zählt und du Einfachheit der Plattformbreite vorziehst.
  • Du einen gemeinschaftlichen, radikal inklusiven Umgang mit Softwarepreisen schätzt.

Wähle Peerdom, wenn:

  • Deine Organisationskarte das Fundament für Governance, Ziele, Feedback und Auswertungen sein soll und nicht nur eine visuelle Referenz.
  • Deine Organisation ein hybrides Governance-Modell nutzt oder du dein Modell weiterentwickeln willst, ohne das Werkzeug zu wechseln.
  • Du Holakratie, Soziokratie, agiles Arbeiten, klassische Hierarchie oder etwas ganz Eigenes praktizierst und eine Plattform brauchst, die kein bestimmtes Framework voraussetzt.
  • Du eine modulare Plattform brauchst, auf der du nur die Apps aktivierst, die du wirklich willst, ohne Add-on-Preise.
  • Integrationen für den Unternehmenseinsatz (GraphQL-API, Webhooks, SSO, Zapier, Pipedream, n8n, MCP) Pflicht sind.
  • Du einen umfassenden Änderungsverlauf mit Diffs und ein entwurfsbasiertes Veränderungsmanagement brauchst.
  • Datenhosting in der Schweiz, ISO-27001-Zertifizierung und DSGVO-Konformität Pflicht oder klar bevorzugt sind.
  • Deine Organisation über 150 Personen hinauswächst oder du eine Plattform brauchst, die sich im Konzerneinsatz bewährt hat.
  • Du KI-Agenten neben menschlichen Rolleninhaber/innen in deiner Governance-Struktur abbilden willst.

Die tiefere Frage

Die Wahl zwischen Maptio und Peerdom läuft auf den Umfang hinaus. Wenn du ein fokussiertes, erschwingliches Werkzeug willst, das deine Organisationsstruktur sichtbar und teilbar macht, leistet Maptio das klar und einfach. Wenn die Organisationskarte die Betriebsebene dafür werden soll, wie sich deine Organisation selbst steuert, Ziele verfolgt, Veränderung managt und sich mit dem Rest deines Werkzeugkastens verbindet, liefert Peerdom diese Breite.

Viele Organisationen beginnen damit, ihre Struktur zu kartieren, und merken später, dass sie Governance, Auswertungen und Integrationen darauf aufbauen wollen. Wenn dieser Verlauf für deine Organisation wahrscheinlich ist, ersparst du dir mit einer mitwachsenden Plattform eine spätere Migration. Wenn deine Bedürfnisse beim visuellen Kartieren bleiben, sind Maptios Einfachheit und Preise echte Vorteile.

Für einen breiteren Blick darauf, wie verschiedene Werkzeuge Organisationen in unterschiedlichen Phasen dienen, lies den Leitfaden zu Software für Selbstorganisation und den Vergleich beste Organigramm-Software.

Häufig gestellte Fragen

Kann Peerdom das, was Maptio kann?

Ja. Die Organisationskarte von Peerdom unterstützt verschachtelte Kreise, Rollen, Personen und visuelle Navigation und deckt damit die Kernfunktion von Maptio ab. Peerdom bietet zusätzlich Baum- und Listenansichten, eigene Felder an Rollen und die Möglichkeit, Ziele, Projekte und Auswertungen über die Karte zu legen. Der Unterschied ist, dass Peerdom deutlich mehr bietet als die Karte selbst.

Ist Maptio wirklich quelloffen?

Ja. Der Code von Maptio liegt auf GitHub, gebaut mit TypeScript und Angular. Das Projekt wurde 2022 quelloffen. Organisationen können den Code prüfen, Verbesserungen beisteuern und die Plattform womöglich selbst betreiben. Das Entwicklungsteam merkt an, dass die lokale Einrichtung derzeit nicht ganz einfach ist und dass sie daran arbeiten, die Erfahrung für Entwickelnde zu verbessern.

Wie vergleichen sich die Preise für eine Organisation mit 100 Personen?

Bei 100 Personen kostet Peerdom+ rund CHF 500 pro Monat (100 Nutzende zu je CHF 5), inklusive aller 11 Apps, SSO, API-Zugang und Hosting in der Schweiz. Beim Pay-what-you-feel-Modell von Maptio hängen die Kosten davon ab, was die Organisation beitragen will, ab 10 $ pro Monat, mit einem Richtwert von 50 bis 200 $ pro Monat für die gesamte Organisation, unabhängig von ihrer Grösse (bis 300 Personen). Rein preislich ist Maptio deutlich günstiger. Bei der Funktionsbreite bringt Peerdom Governance, Ziele, Auswertungen, Integrationen und Funktionen für den Unternehmenseinsatz mit, die Maptio nicht bietet.

Unterstützt Maptio Holakratie oder Soziokratie?

Maptio ist nicht auf eine Methodik festgelegt. Du kannst damit Kreise und Rollen abbilden, die holakratischen oder soziokratischen Mustern folgen, aber die Plattform bringt keine governance-spezifischen Funktionen mit, etwa strukturierte Meetingmoderation, konsentbasierte Anträge oder Verfassungsprozesse. Sie ist ein Kartierungswerkzeug, kein Governance-Werkzeug. Peerdom erzwingt ebenfalls keine bestimmte Methodik, bietet aber Governance-Funktionen (Wahlen, Entwürfe), die verteilte Autorität in jedem Framework unterstützen.

Kann ich von Maptio zu Peerdom wechseln?

Ja. Peerdom unterstützt den Datenimport über seine API, und unser Customer-Success-Team hilft bei der Migrationsplanung. Die Organisationsstruktur, die du in Maptio abgebildet hast, samt Kreisen, Rollen und Personen, lässt sich in Peerdom nachbauen. Wenn du über einen Wechsel nachdenkst, buche eine Demo, und wir gehen den Ablauf gemeinsam durch.

Welche Plattform eignet sich besser für Beratende mit mehreren Kundenorganisationen?

Beide Plattformen können Beratenden dienen, aber auf unterschiedliche Weise. Maptio arbeitet mit Coaches und Beratenden als Partnern, und die teilbaren Karten machen es leicht, mit Kund/innen gemeinsam an der Organisationsgestaltung zu arbeiten. Die breitere Plattform von Peerdom gibt Beratenden mehr Werkzeuge an die Hand: Ziele, Governance, Auswertungen und Veränderungsmanagement. Die Wahl hängt davon ab, ob die Arbeit sich auf Kartieren und Visualisieren konzentriert oder bis in Governance-Design und -Umsetzung reicht. Mehr zur Werkzeuglandschaft findest du im Leitfaden zu Holakratie-Werkzeugen und -Praktiken.

Wird Maptio noch aktiv entwickelt?

Zum Zeitpunkt dieses Artikels zeigt das GitHub-Repository von Maptio laufende Entwicklung, das Team ist allerdings klein. Tom Nixon bleibt in der Selbstorganisations-Community aktiv, und die Plattform bedient weiterhin ihre Nutzerbasis. Das Entwicklungstempo ist bescheidener als bei grösseren Plattformen mit grösseren Teams, was heisst, dass Funktionswünsche länger dauern können.

Bietet Peerdom quelloffene Varianten wie Maptio?

Nein. Peerdom ist eine proprietäre SaaS-Plattform. Du kannst sie also weder selbst betreiben noch den Quellcode ändern. Dafür bekommst du einen betreuten Dienst mit zugesicherter Verfügbarkeit, automatischen Updates, professionellem Support, Sicherheit auf Unternehmensniveau und eine Plattform, die in über 250 Einsätzen bei Kund/innen gereift ist. Die Abwägung zwischen quelloffener Kontrolle und der Verlässlichkeit eines betreuten Dienstes ist eine echte Wahl, und die richtige Antwort hängt davon ab, was deiner Organisation mehr wert ist.

Bereit, Peerdom in Aktion zu sehen?

Wenn du Plattformen für Organisationskarten prüfst, ist der nützlichste nächste Schritt, sie mit deinen eigenen Organisationsdaten zu erleben.

  • Kostenlos kartieren: Baue deine Organisationskarte auf und erkunde das App-Ökosystem. Kostenlos für bis zu 10 Nutzende, ohne Kreditkarte.
  • Demo buchen: Geh deine konkreten Bedürfnisse mit unserem Team durch. Ob du von Maptio kommst, ganz neu anfängst oder beide Plattformen nebeneinander prüfst - wir zeigen dir, wie Peerdom deinen Anwendungsfall abdeckt.

Die besten Vergleiche entstehen, wenn du das Produkt selbst nutzt. Keine Funktionstabelle ersetzt die Erfahrung, die eigene Organisation zu kartieren und zu sehen, ob das Werkzeug zu deiner tatsächlichen Arbeitsweise passt.