Wenn eine Beratung ihr eigenes Tool baut und sich dann für deines entscheidet
Wie Company Companions vom Bau des Dynamogramm™ zur Partnerschaft mit Peerdom kam und was das für Organisationen im Wandel bedeutet.
Company Companions ist eine Organisationsberatung aus Deutschland, die seit 15 Jahren mittleren und grossen Unternehmen dabei hilft, ihre Arbeits- und Organisationsweise zu verändern. Zu ihrer Kundschaft gehören Familienunternehmen, Industriebetriebe und Holdinggesellschaften mit 200 bis 13’000 Mitarbeitenden. Sie alle teilen dieselbe Herausforderung: sie arbeiten daran, ihren Fokus zu schärfen. Sie sind beschäftigt, aber oft mit den falschen Dingen.
2014 veröffentlichte Company Companions “Kein Bullshit” und beschrieb darin, warum ihre Kundschaft überhaupt Transformation braucht: fehlende gute Führung, keine stimmige Strategie, überkomplizierte Prozesse, zu viel Silodenken - und die Tatsache, dass die Art, wie Organisationen sich selbst darstellen, nichts mit ihrer tatsächlichen Arbeitsweise zu tun hat.
Klassische Organigramme zeigen, wer wen führt, nicht wer mit wem zusammenarbeitet, welche Kompetenzen es im Unternehmen gibt oder wie bereichsübergreifende Arbeit entsteht. Also baute Company Companions eine eigene Softwarelösung für die eigene Kundschaft: das Dynamogramm™.
Das Dynamogramm™ sollte ein dynamischer, lebendiger Spiegel der Organisation sein. Und das funktionierte. Doch als Beratung Software zu bauen, ist ein völlig anderes Spiel. Es verlangt volle Konzentration, laufende Weiterentwicklung und eigene Produktressourcen. Company Companions kam zu einem Schluss, dem viele Beratungen früher oder später begegnen: Fachexpertise und Produktentwicklung sind zwei sehr verschiedene Disziplinen.
Diese Erkenntnis führte sie zu Peerdom.
Wir haben uns mit Sebastian Jensen von Company Companions zusammengesetzt, um darüber zu sprechen, was sie beim Bau des Dynamogramm™ gelernt haben, warum sie sich für die Partnerschaft mit Peerdom entschieden haben und was das für Organisationen bedeutet, die sich mitten in einer Transformation befinden.
Das Interview
Company Companions ist seit 2010 in der Organisationsberatung tätig. Auf welches Kernproblem stosst ihr bei euren Kundinnen und Kunden immer wieder?
Wir erleben, dass Organisationen sich schwertun, ihre Energie dorthin zu lenken, wo sie am meisten bewirkt. Sie sind sehr beschäftigt, aber oft mit den falschen Dingen. Und ein grosser Teil davon rührt daher, wie sie ihre Arbeit organisieren und darstellen. Klassische Organigramme zeigen, wer für wen zuständig ist, aber nicht, wer für was zuständig ist. Sie ziehen eine sichtbare Grenze zwischen Abteilungen: die klassischen Silos. Dabei arbeiten die meisten Organisationen längst nicht mehr in “closed shops”. Heute gibt es so viele Wege, wie Arbeit erledigt wird: bereichsübergreifende Teams, temporäre Projekte, neue Kompetenzen. Die dynamische Wirklichkeit der täglichen Zusammenarbeit mit einem klassischen Organigramm abzubilden, fühlt sich völlig falsch an.
Diese Erkenntnis haben wir in einem unserer Bücher veröffentlicht: “Kein Bullshit”. Die erste Auflage stammt von 2014. Wir haben einen grundsätzlichen Bruch beobachtet zwischen dem, wie Menschen wirklich zusammenarbeiten, und dem, was dargestellt wird. Zusammenarbeit passiert nicht nur in Sitzungszimmern, sondern an der Kaffeebar, in den Pausen und in der “echten Organisation”. Keine dieser Interaktionen taucht in einem Organigramm auf.
Temporäre Teams, bereichsübergreifende Arbeit, Zusammenarbeit über Standorte hinweg? Wird nie abgebildet. Aus dieser Lücke ist das Dynamogramm™ entstanden.
Ihr habt also eure eigene Software gebaut, um diese Lücke zu schliessen. Wie war das?
Nicht einfach. Wir haben erhebliche Mittel investiert, ein Produktteam aufgebaut und viel gelernt. Aber irgendwann haben wir festgestellt: wir sind keine Softwarefirma. Wir haben tiefe Expertise in Führung, Organisationsentwicklung und Strategie, aber wir können nicht beides zu hundert Prozent machen.
Jedes Mal, wenn wir das Dynamogramm™ in Workshops mit Kundinnen und Kunden einsetzten, fragten sie uns: Warum können wir diese Funktion nicht ergänzen? Warum haben wir jene nicht? Wir stiessen laufend an Grenzen. Und wir hatten ausserhalb unserer eigentlichen Beratungsarbeit zu wenig Kundenfälle, um klar zu erkennen, in welche Richtung ein SaaS-Produkt gehen müsste. Ein Produkt zu bauen, ist ein ganz anderes Geschäft, und uns fehlten schlicht die Ressourcen, beides gleichzeitig zu tun.
Wie seid ihr auf Peerdom gestossen?
Peerdom hat sich irgendwann gemeldet, und als ich es mir angeschaut habe, war meine erste Reaktion: Also, das ist ja sehr ähnlich zu dem, was wir machen. Also haben wir geredet. Und in diesem Gespräch wurde uns zum ersten Mal klar, wie viel es wirklich braucht, um so ein Produkt zu bauen.
Das gab uns eine neue Sicht auf das Dynamogramm™. Uns wurde bewusst, dass wir weit mehr hatten als ein schnell zusammengezimmertes MVP. Aber es reichte eben nicht. Als wir sahen, was Peerdom gebaut hatte, war klar: Genau da wollten wir immer hin.
Gab es etwas Bestimmtes, das herausstach?
Das Grösste für mich war die Erkenntnis, dass Peerdom ein eigenes Team hat, das nichts anderes tut, als an der Architektur und am Erfolg dieses Produkts zu arbeiten. Das fand ich richtig cool und sehr inspirierend. Und gleichzeitig hat es mir vor Augen geführt, was es tatsächlich braucht, so etwas zum Leben zu erwecken.
Funktionen, die unsere Kundschaft sich seit Langem wünschte, waren in Peerdom bereits abgebildet. Wenn wir über die Probleme sprechen, die wir lösen wollen, ist Peerdom exakt auf derselben Linie wie wir. Deshalb bieten wir Peerdom unserer Kundschaft mit grosser Überzeugung an. Wir können uns stark damit identifizieren, was es bietet. Und gleichzeitig ist es technisch so viel besser, als das Dynamogramm™ jemals geworden wäre. Es fühlt sich einfach sehr natürlich an.
Wie sieht der Übergang für eure Kundinnen und Kunden aus?
Früher haben wir das Dynamogramm™ in Workshops gemeinsam mit ihnen genutzt. Sobald die Sitzungen vorbei waren, verblasste das Werkzeug oft wieder - und mit ihm die Einblicke, die es eröffnet hatte. Das fühlte sich immer nach einer verpassten Chance an.
Mit Peerdom können wir unserer Kundschaft jetzt etwas Bleibendes hinterlassen. Es ist ein Werkzeug, das sich weiterentwickelt und noch lange nach Abschluss des Transformationsprozesses Nutzen stiftet. Sie haben ein Abbild, das sich auch ohne unsere Hilfe weiterentwickeln kann. Sie können auf dem Fundament wachsen, das wir gemeinsam legen. Es ist nicht nur ein begleitendes Werkzeug, es treibt die Transformation unserer Kundschaft kontinuierlich voran. Und das finde ich sehr, sehr wertvoll.
Wir haben das Dynamogramm™ mit Freude beerdigt. Die Ideen, das Konzept und der Nutzen, den wir unserer Kundschaft immer liefern wollten, haben jetzt einfach einen neuen Namen und eine bessere Lösung.
Reden wir über die Partnerschaft. Was entgeht Organisationen, die ein Werkzeug ohne Beratung einführen?
Die grösste Gefahr ist, dass du deine Organisation genauso darstellst wie immer, bloss in einem anderen Format. Aus Rechtecken werden Blasen, du wirfst ein paar Kompetenzen hinein und erklärst die Sache für erledigt. Aber die Organisation soll ein Vehikel sein, um deine Strategie zu erreichen. Du musst aus deiner Strategie klare Anforderungen ableiten und fragen: Wie muss die Organisation aussehen, damit wir unsere Strategie umsetzen können?
Ohne Blick von aussen denken Menschen schnell: “Wir haben das immer so gemacht.” Sie hinterfragen Entscheidungen nicht, die vor Jahren gefallen sind. Es braucht jemanden, der das herausfordert, in eine neue Richtung schubst und die kritischen Fragen stellt.
Und umgekehrt: Was ist mit Beratung ohne Werkzeug?
Du produzierst jede Menge Papier, das die neue Organisation abbildet, kommst aber nicht tief genug, um Sicherheit zu schaffen. Du kannst nicht alle Fragen beantworten, die Menschen während einer Transformation haben. Mit einem Werkzeug wie Peerdom können sie eintauchen, die neue Organisation selbst erleben und sie immer wieder an sich verändernde Bedingungen anpassen. Diese Interaktivität ist entscheidend. Mit Dokumenten lässt sie sich nicht nachbilden.
Stark wird es in der Kombination. Wenn du etwas veränderst, es aber schlecht darstellst, verstehen die Leute nicht, was sich geändert hat. Wenn du nichts veränderst, es aber schön darstellst, sagen sie: “Das ist doch dasselbe in neuen Farben.” Aber beides zusammen - etwas verändern und die Art der Darstellung verändern - macht den Wandel für alle greifbar.
Welche Art von Organisation profitiert von dieser Kombination am meisten?
Wir arbeiten mit Organisationen von 200 bis 13’000 Mitarbeitenden und rund 150 Millionen bis drei Milliarden Euro Umsatz. Darunter sind Handelsunternehmen, Dienstleister, Industrie, Private Equity und Holdinggesellschaften. Unser Sweet Spot sind Familienunternehmen in Europa, aber es geht wirklich quer durch die Branchen.
Gemeinsam ist ihnen allen derselbe Verlust an Bodenhaftung. Sie sind mit vielem beschäftigt und verlieren dabei oft den Griff auf das, was wirklich zählt. Das gilt, ob sie dezentral aufgestellt sind, regional aufgeteilt, ständig in Transformation oder seit Jahren gar nicht mehr verändert.
Wenn du einer anderen Beratung raten müsstest, die überlegt, ein eigenes Werkzeug zu bauen: Was würdest du sagen?
Meine erste Frage wäre: Gibt es am Markt etwas, das dem ähnlich ist, was du bauen willst? Wenn ja, dann bau es nicht. Eine Beratung hat keine Chance, schneller zu sein als eine Softwarefirma, die dasselbe baut. Was du tun kannst, ist, die Kräfte zu bündeln: bring deine Fachexpertise ein, dein Feedback aus dem Markt und Produktkompetenz.
Und wenn es nichts gibt? Dann brauchst du ein eigenes Produktteam. Mach das nicht nebenbei. Sei bereit, echte Mittel zu investieren. Denn die Welt dreht sich zu schnell, um etwas zu bauen und dann einfach liegen zu lassen. In zwölf Monaten will es niemand mehr.
Letzte Frage: Wenn das Organigramm tot ist, was wird an seiner Stelle geboren?
Ein Spiegel der Organisation. Ein Spiegel dessen, was tatsächlich passiert. Alles andere ist bloss Papier.
Was diese Partnerschaft bedeutet
Company Companions bringt 15 Jahre gelebte Transformationserfahrung ins Peerdom-Ökosystem ein. Für Organisationen, die mit ihnen arbeiten, heisst das: Zugang zu strategischer Beratung und zu einer Plattform, die noch lange nach dem Ende des Mandats mitwächst.
Für Peerdom ist es ein Signal für das, woran wir immer geglaubt haben: Die besten Transformationen entstehen, wenn die richtige Expertise auf die richtige Technologie trifft. Wir bauen ein Netzwerk aus Partnerberatungen auf, die diese Vision teilen, und Company Companions geht voran.
Wenn deine Organisation mitten in einer Transformation steckt und du sowohl die strategische Begleitung als auch die Werkzeuge suchst, damit sie hält: melde dich bei uns.
Company Companions ist eine Beratung mit Sitz in Deutschland, die mit mittleren und grossen Unternehmen in ganz Europa arbeitet. Mehr dazu auf companycompanions.com.
Peerdom ist eine interaktive Organisationskarte, die Teams hilft, sichtbar zu machen, wie sie wirklich zusammenarbeiten. Mehr dazu auf peerdom.com.

