Loyco: Transparenz und ein neues Geschäftsfeld

Edfrauenheim 15. November 2023

Erfahre, wie Loyco mit Peerdom das Onboarding neu erfindet, transparent wächst und in der Schweiz Pionierarbeit in der Organisationsgestaltung leistet.

Loyco Fallstudienkarte

Loyco ist nicht einfach ein Anbieter von Unternehmensdienstleistungen.

Ja, das Schweizer Unternehmen übernimmt Lohnbuchhaltung, Rechnungswesen und weitere administrative Aufgaben. Aber es ist zugleich ein visionärer Fürsprecher für eine bessere Art zu arbeiten. Für eine menschlichere, partizipativere, nachhaltigere und effizientere Art zu arbeiten.

2018 begann Loyco seinen Pionierweg hin zu einer anderen Arbeitsweise. Statt einer üblichen Unternehmenshierarchie mit einer Befehlskette entlang von Jobtiteln flachte das Unternehmen seine Führungsebenen ab und stattete seine Mitarbeitenden mit weitreichender Entscheidungsbefugnis aus - auf Basis der konkreten Rollen, die sie ausfüllen. Loyco legte ausserdem grossen Wert auf transparente Informationen, unter anderem damit Menschen an der Front innerhalb ihrer Rollen eigenständig entscheiden können.

Für seinen Ansatz prägte das Unternehmen sogar einen neuen Begriff. Inspiriert von Holacracy und Sociocracy, zwei verwandten Methoden, um Macht und Entscheidungen in Organisationen zu verteilen, nannten die Verantwortlichen bei Loyco ihr Organisationsmodell “Loycocracy”.

Ihre Arbeitsweise war so ansteckend, dass Loyco 2019 einen neuen Service startete: Kundinnen und Kunden dabei zu beraten, wie auch sie zu horizontaleren, rollenbasierten Organisationen werden können.

Ein Schlüssel zum Gesamterfolg von Loyco und zur externen Loycocracy-Beratung ist der Einsatz der Organisationskarten von Peerdom, sagt Simon Givre, Head of IT Infrastructure bei Loyco. Die digitale Arbeitskarte in Echtzeit erlaubt es Loyco nicht nur, transparent, flach und effizient zu arbeiten. Sie zeigt den Kundinnen und Kunden von Loyco auch, dass der neue Arbeitsstil von greifbarer, wirksamer Technologie getragen wird.

Zitat von Loyco

Eine Geschichte der Transparenz

2018 machte das Unternehmen seine Organisationskarte öffentlich zugänglich - für die eigenen Teammitglieder ebenso wie für Besuchende der Loyco-Website. Loyco stellt der Öffentlichkeit eine Fülle von Informationen bereit: Rollenbeschreibungen, wer in welchem Team ist und wie die Organisation aufgebaut ist.

Neue Mitarbeitende bei Loyco sind von der Organisationskarte beeindruckt, weil sie ein intuitives, aktuelles Porträt des ganzen Unternehmens und seiner Funktionsweise liefert, sagt Simon. Die Suchfunktionen machen es zum Beispiel leicht, schon ab dem ersten Tag Kolleg/innen zu finden, die bei einer bestimmten Aufgabe weiterhelfen.

“Neue sagen oft: ‘Wow, das sieht visuell wirklich cool aus’”, sagt Simon. “Sie haben richtig Freude daran.”

Feedback, das leicht von der Hand geht

Eine der Peerdom-Funktionen, die Loyco am meisten schätzt, ist die Feedback-App. Statt auf eine separate Software wechseln zu müssen, können Teammitglieder über die Feedback-App Reaktionen und Kommentare miteinander teilen, während sie zusammenarbeiten. Seit der Einführung des Tools hat Loyco seinen gesamten organisationsweiten Feedback-Prozess neu gestaltet, rund um Peer-to-peer-Feedback auf Ebene der Rollen.

Zitat von Loyco

Ein weiterer Favorit bei Loyco ist die Beitrags-App. Sie erlaubt es Einzelnen, offenzulegen, wie sie ihre Zeit auf ihre verschiedenen Verantwortlichkeiten und Rollen verteilen. Ebenso lassen sich die relativen Beiträge ganzer Teams darstellen und diese Werte mit der Öffentlichkeit teilen.

Für Simon und seine Kolleg/innen bei Loyco liefert die Beitrags-App genau jene Transparenz, die das Unternehmen seiner Kundschaft verspricht. “Für uns ist es wichtig, der Aussenwelt zu zeigen, wofür unsere Zeit draufgeht”, sagt Simon.

Diese öffentliche Offenlegung hat sogar so hohe Priorität, dass die Mitarbeitenden von Loyco einen Link zu ihrem Peerdom-Profil in die E-Mail-Signatur setzen. So sehen Aussenstehende mühelos, welche Rollen jemand trägt und wie viel Beitrag darauf entfällt.

“Wir ergänzen die Signatur all unserer E-Mails und sagen: ‘Hier sind meine Rollen. Geh hin und schau es dir an. Das ist es, was wir für dich tun werden.”

Genau die richtige Menge an Informationen teilen

Die Offenheit von Loyco gegenüber der Öffentlichkeit hat allerdings Grenzen. Als das Unternehmen anfangs sämtliche Rollen öffentlich machte, sorgten sich die Verantwortlichen um mögliche Cybersecurity-Probleme. Grundsätzlich hätte jede Person herausfinden können, welche Unternehmenssoftware jemand nutzt - was das Unternehmen anfälliger für Hackerangriffe machte.

Zur Lösung nutzte Loyco das Zugriffsrechtesystem von Peerdom und hinterlegte konkrete Softwarenamen im ausgeblendeten Abschnitt “Notizen” jeder Rollenbeschreibung. So können angemeldete Personen zusätzliche Informationen zu ihren Rollen hinterlegen, die nur intern sichtbar sind.

Damit konnte Loyco das volle Potenzial radikaler Transparenz ausschöpfen, ohne die Sicherheit seiner sensibelsten Daten aufs Spiel zu setzen.

Loyco und Peerdom: eine Schweizer Symbiose

Der Jahresumsatz von Loyco wuchs zwischen 2019 und 2022 um 35 Prozent. Die Belegschaft ist von 91 Personen im Jahr 2019 auf 133 in diesem Jahr gestiegen.

Ausserdem hat sich das Unternehmen als B Corp zertifizieren lassen und sein Bekenntnis zu einer dezentraleren, menschenzentrierten und transparenten Kultur vertieft.

Die Entwicklung von Loyco verlief in enger Partnerschaft mit Peerdom. Als eine der ersten fünf Kundinnen von Peerdom half Loyco mit, die Feedback-App zu gestalten, zu entwerfen und im Pilotbetrieb zu testen. Diese gemeinsame Arbeit steht heute allen Peerdom-Kundinnen und -Kunden zur Verfügung.

Loyco ist zudem “Companion” geworden - vertrauenswürdige Expertin und Coach für das wachsende Ökosystem der Peerdom-Nutzenden.

Das Team von Loyco

Loyco lebt, wovon es spricht

Heute verbreitet Loyco seine Vision einer besseren Art der Zusammenarbeit - parallel zum klassischen Dienstleistungsgeschäft.

Schon früh wurden Kundinnen und Kunden neugierig auf den Erfolg von Loyco und den unkonventionellen, transparenten Ansatz und wollten mehr erfahren, sagt Isaline Thorens, Beraterin bei Loyco.

“Die Leute haben uns immer gefragt: ‘Könnt ihr uns etwas über eure Struktur erzählen? Was funktioniert und was nicht?’”, sagt sie.

Dieses Interesse brachte Isaline und ihre Kolleg/innen bei Loyco dazu, das externe Loycocracy-Beratungsgeschäft zu starten. Es hat bereits fast 20 Kundinnen und Kunden gewonnen, Tendenz steigend. Dieser Fortschritt hat viel damit zu tun, dass Loyco selbst lebt, was es predigt - inklusive der Nutzung der Arbeitskarten von Peerdom zur Unterstützung der eigenen Arbeitsweise.

“Was die Leute zu uns zieht”, sagt Isaline, “ist, dass wir es tatsächlich leben.”

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Ed Frauenheim ist Autor, Redner und Berater. Er hat mehr als 50 Beiträge über grossartige Arbeitskulturen in Fortune veröffentlicht und Bücher mitverfasst, darunter A Great Place to Work For All and Reinventing Masculinity: The Liberating Power of Compassion and Connection.